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Corona bleibt das dominierende Thema

Von Christoph Pfluger

Liebe Leserinnen und Leser

Obwohl sich Berichte über sozialen Stress häufen, erfahren viele auch das Gegenteil: Eine 85-jährige Frau (Risikogruppe) erzählte mir ganz begeistert von ihrem ersten Spaziergang in der Natur seit Wochen Keine übertriebenen Distanzmanöver, alle hätten sich freundlich gegrüsst und eine Verbundeheit sei spürbar gewesen.

Eine andere Frau erzählte mir, sie hätte bei einem Pannenfahrzeug angehalten und ihre Hilfe angeboten. Der Besitzer des schwarzen BMWs, der an einem Stammtisch als Balkan-Macho bezeichnet würde, sei fast erschrocken vor Freude – hey Mann, huere geil. Hilfe war dann nicht nötig, aber ein bisschen Völkerverständigung hat definitiv stattgefunden.

Es zeichnet sich aber auch ab, dass der Bundesrat Elemente des Notrechts ins reguläre Recht überführen will und erst dann eine komplette «Lockerung» zulässt. Darauf deuten die Aussagen von Bundespräsidentin Sommaruga und Gesundheitsminister Berset hin. Man muss den beiden an der etwas harmlosen Medienkonferenz vom letzten Donnerstag aber gut zuhören. Ich habe es versucht und eine Einschätzung dazu geschrieben: Die Lockerung ist eine Verlängerung.

Erstaunlich ist, dass Alain Berset immer noch eine Eliminationsstrategie verfolgt, für die es in dieser Pandemiephase keine wissenschaftliche Grundlage gibt. Ist ein Virus einmal in der Bevölkerung verbreitet, kann nur noch Herdenimmunität und Beschränkung auf den Schutz der Risikogruppen das Ziel sein. Die Eliminationsstrategie hingegen erlaubt Massnahmen zur Kontrolle der Bevölkerung und später die Einführung einer Zwangsimpfung, wie sie gemäss Art. 6 des Epidemiengesetzes bei «bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen, bei besonders exponierten Personen und bei Personen, die bestimmte Tätigkeiten ausüben» möglich ist.

Die Corona-Müdigkeit wird diesen fragwürdigen Prozess mit Sicherheit erleichtern. Wirklich spannend wird es, wenn wir genug vom Thema haben und nach jedem Strohhalm greifen, der uns Halt und Lockeerung verspricht. Man wird also auch als Staatsbürger sehr aufmerksam (und handlungsbereit) bleiben müssen.

Leider befinden sich auch die politischen Parteien und die meisten NGOs ebenfalls in einer Art Lock-down und warten auf eine Normalisierung, die meiner Ansicht nach nicht eintreten wird. Wahrscheinlicher ist, dass nächste Krisen, auf die wir institutionell nicht vorbereitet sind, die Agenda bestimmen (eine Konkurswelle, Massenarbeitslosigkeit, Versorgungsengpässe). Wir werden schnell Strukturen mit sehr steiler Lernkurve aufbauen müssen.

Kollektives Handeln wird nicht nur durch die Einschränkung sozialer Kontakte und der Grundrechte erschwert, sondern auch durch Fiktionen, die sich in Windeseile über den Erdball verbreiten. Ein harmloses, wenn auch deutliches Beispiel für die eingeschränkte Denkfähigkeit von Gruppen ist die Toilettenpapier-Krise, die ich hier aufzudröseln versuchte: Was uns die Toielttenpapier-Geschichte lehrt.

Quintessenz: Der Mangel an Toilettenpapier geht nicht auf Hamsterkäufe zurück, sondern auf ein simples Problem der Lieferketten, wie es bereits in naher Zukunft auch in anderen Bereichen auftreten dürfte. Man dürfte sich schon im Sommer warm anziehen müssen.

Die Mainstream-Medien werden zwar etwas kritischer, bleiben aber insgesamt harmlos. Es gäbe so viele Fragen: Wer sind die Experten, die den Bundesrat beraten? Wie entstehen ihre Konzepte? Wie ist eigentlich der Infektionsgrad der Gesamtbevölkerung? Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Feststellung, dass auch wissenschaftliche Erkenntnis in einem transparenten, nachvollziehbaren Prozess entsteht und nicht in einem Sitzungszimmer des Bundesamtes für Gesundheit. Es darf doch nicht sein, dass politische Entscheidungen von grösster Tragweite ohne ein Minimum an wissenschaftlicher und demokratischer Debatte gefällt werden. In diesem Bereich haben die Massenmedien vollkommen versagt.

Um sich ein Bild der tatsächlichen Lage zu machen, muss man tiefer bohren. Das ist nicht ganz einfach. Auch Sie werden vermutlich mit Links überschwemmt, die man sich doch bitte anschauen möge. Unmöglich.
Innert kürzester Zeit sind deshalb eine ganze Reihe neuer Medienprojekte entstanden.

Der Corona update des Zeitpunkt begann mit einer einfachen Seite. Wir merkten aber schnell, dass es eine Datenbank braucht, die nach Stichworten sortiert und abgesucht werden kann. Unsere vorläufige Lösung finden Sie hier:

Unser Ziel mit diesem Update ist eine übersichtliche Liste mit Themen, die man erfasst, bevor man sie zur Vertiefung anklickt. Klickt man sie an, erhält man eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen mit Originalquellen. So kann sich jeder nach eigenem Gusto schlau machen.

Das nächste grosse Problem, das auftauchte, war die Fülle an Informationen. In der Not machte ich einen Aufruf (in diesem Newsletter), dem mehr als dreissig Menschen mit einem «Ich bin da» Folge leisteten. Natürlich kann man nicht vom Schreibtisch eines Kleinverlegers aus – der auch noch einige andere Dinge zu erledigen hat – eine so grosse Zahl von Mitarbeitern einführen, anleiten und betreuen.

Unsere Antwort darauf war die Einrichtung einer online-Werkstatt, in der Texte, Ideen und Aktionsvorschläge durch einen Arbeitsprozess zur Veröffentlichung geführt werden. Foren und verschiedene Werkzeuge unterstützen die Aktivierung der kollektiven Intelligenz. Die Werkstatt im Beta-Stadium ist bereits von einigen «Coronistas» getestet und geht in den nächsten Tagen online. In einem nächsten Schritt wird dann der bestehende Corona Update in die Werkstatt integriert.

Wenn Sie über die «Produkte» dieser Werkstatt informiert bleiben wollen, müssen Sie den Newsletter Corona Update abonnieren. Über den Zeitpunkt-Newsletter wird es nur einen summarischen Überblick geben.

Trägerschaft dieser Plattform ist der ebenfalls letzte Woche gegründete Verein «Corona-Reset», der Aufklärungsarbeit (nicht nur des Zeitpunkt) und einen konstruktiven Umgang mit der Krise fördern will, die ja auch eine einmalige Chance ist. Motto: Von der Angst zum konstruktiven Handeln. Wir hoffen sehr, dass es uns gelingt, Mut zu machen, zum Selberdenken anzuregen und die Kräfte der Erneuerung zu wecken Denn, das ist meine Überzeugung: Corona ist erst der Anfang einer viel grösseren sozialen und wirtschaftlichen Umwälzung, deren Merkmale in vielen Ländern bereits deutlich werden. Wenn wir in zwei bis vier Monaten parat sein wollen, müssen wir jetzt arbeiten oder – je nachdem – aufwachen.

Es gibt noch andere, sehr nützliche Informationsnetzwerke, die sich auf die Corona-Krise spezialisiert haben:
• Swiss Propaganda Research liefert einen kontinuierlichen Update mit Kurzinformationen in zwei bis drei Sätzen und den Links zu den entsprechenden Quellen – eine der meistverwendeten Ressourcen: https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/
• Covidinfos aus Frankreich ist eine auf die Corona-Krise spezialisierte Website mit Zusammenfassungen, die wie Artikel aufgemacht und zum Teil mit automatisierten Übersetzungen hinterlegt sind: https://covidinfos.net/
• Eine neue Datenbank aus Deutschland sammelt Rechtsakte zu Corona. Am 16. April waren 625 Erlasse und 154 Gerichtsurteile registriert, alle mit Originaldokumenten hinterlegt. Tolle Arbeit, noch etwas unübersichtlich in der Präsentation.

Dann ist es mir ein grosses Anliegen, für die vielen Spenden zu danken, die vergangene Woche eingegangen sind. Die 4850 Franken decken in etwa die Kosten, die mit dem Aufbau der Datenbank, der Programmierung der «Werkstatt» und der Lancierung von «Bersets Homeoffice» angefallen sind. Da die Arbeitsplattform von einem Werkstattchef (einem Chefredaktor) professionell betreut wird und weitere Teilpensen mit Verantwortung geschaffen werden müssen, wird der Finanzbedarf nicht sinken.

Ich erwähne deshalb nochmals unsere Kontonummer:
Postfinance 45-1006-5, Zeitpunkt, Christoph Pfluger.
IBAN: CH08 0900 0000 4500 1006-5, BICPOFICHBEXXX
Wir führen genau Buch über die Corona-Aufwendungen (selbstverständlich ohne meine eigene Arbeit) und -Spenden und werden einen allfälligen Überschuss an den Verein Corona-Reset überweisen, sobald sein Konto eröffnet ist.

Noch eine Bemerkung zu Bersets Homeoffice: Ich habe mir lange überlegt, ob ich als Autor und Verleger mit einem gewissen Anspruch überhaupt Satire machen darf. Aber: Ich brauchte persönlich eine Möglichkeit, die Dinge wie ein Hofnarr aussprechen zu dürfen, ohne zu allem immer noch eine stringente Argumentation zu liefern. Zudem hoffte ich auf ein neues Publikum, das eher auf verkürzte, plakative Darstellungen anspricht.

Die Serie ist gut gestartet, verzeichnete aber in den letzten Tagen nur noch schwachen Zuspruch. Die Internet-Cracks sagen mir, dass die Algorithmen da gewirkt hätten. Logisch: Wenn ich youtube wäre, würde ich unbeliebte Inhalte auch nicht löschen – was regelmässig einen Shitstorm und Aufmerksamkeit auslöst –, sondern gezielt und unbemerkt auf die Bremse treten.

Berset Homeoffice braucht also die Unterstützung der Zeitpunkt-Community. Wenn Sie mögen, schenken sich doch dem armen Tropf in seinem Homeoffice ein Like oder senden Sie die Links an Ihre Freunde und Bekannten. (Videos unten) Das hilft auch, die Serie zu verbessern und interaktiv zu gestalten. Selber abonnieren können Sie die Serie auf Vimeo und auf youtube.

Nun wünsche ich Ihnen alles Gute und eine entspannte Woche. Bleiben Sie frei und – wie Alain Berset in seinem Homeoffice sagen würde:

Bleiben sie bei sich!

Christoph Pfluger, Herausgeber

Dreamteam supports

Corona: Von der Angst zum konstruktiven Handeln

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