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Ich werde alles Schaffen! Über Scheitern und Vertrauen

Von Josef Studerus

Der mongolische Schamane  Galsan Tschinag  schreibt über die individuelle Mission des Menschen, über Scheitern und Vertrauen:

GT: „Wer scheitert denn überhaupt nicht? Selbst Buddha ist gescheitert, Jesus ist gescheitert, und warum soll ich Angst haben in möglichen Situationen vor einem möglichen Scheitern?

Scheitern ist eine gute Lehre. Dadurch lerne ich Grenzen kennen. Ich bin kein Gott. Er allein kennt vielleicht keine Grenzen. Ich als kleiner, menschlicher Läuserich bin mir der Grenzen bewusst, die mir gesetzt sind. Daher ist mir von vornherein gegeben, wenn es unbedingt sein muss, bis zu einer bestimmten Grenze voranzukrabbeln, und dann geht es einfach nicht mehr weiter. Also scheitere ich. Nun, wenn ich weise genug bin, dann sehe ich ein und gestehe mir zu: „Mehr schaffe ich nicht, also mache ich hier Halt!“

AB:  Was hat dir geholfen auf der Wegstrecke, auf der Ebene der Durchsetzung, immer wieder am Werk zu bleiben? Was ist da deine Zutat im Gegensatz zu den Menschen, die aufgeben?

GT:  Der Glaube an meine Mission. Ich bin ein vom Himmel gemochtes Wesen. Ich lästere zwar manchmal auch über den Himmel als altersgeplagten, vergesslichen Papa, aber ich meine es nicht wirklich, sag es nie gehässig. Mein übersteigertes Vertrauen zu mir selbst stammt von meinem Urvertrauen zum Wesen Mensch. Zu Gott. Oder lieber so: zum Schöpfer. Oder zu der Kraft, die im Universum steckt und von der jeder seiner Bewohner sein Teilchen einatmet. Also, ich habe mein universales Vertrauen. Ich bin verwurzelt in einem lieben Universum, in einem lieblichen. Etwas noch Schöneres und noch Helleres brauche ich nicht.

Das All, in dem ich lebe, ist edel genug, gut genug, lieb genug zu mir und diesem All liegt daran, seine Bewohner zu beschützen. So weiss ich: Ich bin ein Beschützter. Die Vorfahren wirken in mir, die Nachkommen werken an mir. Was auch für dich, für jeden anderen zutrifft. Zwar sehen wir nicht, was die Menschen vor 100, vor 1000 Jahren gewesen sind, aber wenn ich so anfange zu brennen und zu leuchten, fantasierend und dichtend, schuftend und schwitzend, dann spüre ich, all die Gewesenen und Werdenden stehen mir bei. Das ist der Grund, warum ich sage, ich lebe seit 1500 Jahren. Das ist wohl leicht übertrieben, aber ganz grundverkehrt und übertrieben kann es nicht sein. Ja, die Vorfahren stehen hinter mir, stärken mir den Rücken und die Nachkommen stehen vor mir, beleuchten mir den Weg. Und dann weiss ich auch dies: Ich brauche keinen Plan, denn ich kenne doch die Gehrichtung. Ich bin der Gaul, der läuft in Richtung Stall. Oder die Ziege, die gerochen hat, wo Wasser liegt. Oder das Schaf, das gespürt hat, wo Gras wächst. Eigentlich kenne ich von Anfang an meine Gehrichtung. Egal, was auch alles den Weg bespickte, es zieht mich in meine Richtung, mit mir dreht sich das Ziel, ich kann so gehen oder so oder so, ich werde ankommen am Ziel mit Vertrauen in Gott und in mich selbst, wo Seine, Gottes, Wohnstätte liegt. Und das ist der Grund, weshalb ich mir nie Gedanken darüber mache, wie ich das morgige Seminar gestalte. Oder wenn ich endlich nach Hause reite, brauche ich mich nicht zu fragen: Was mache ich, lieber Himmel, das Volk habe ich ganze vier Monate nicht gesehen, wie viele kranke Menschen werden auf mich zukommen? Wie viele Streitfälle muss ich schlichten? Wie viele Einladungen muss ich entgegennehmen  usw.

Das alles weiss ich noch nicht, aber ich weiss eines: Ich werde alles schaffen!

Durch all meine freud- wie auch schmerzvolle Erfahrung, durch meine Gerbung durch das Leben bin ich zu dem geworden, der sich allen und allem zu stellen und dann auch mit allen und allem fertig zu werden weiss. Ja, das Leben hat mich so fest angepackt, so verdreht und gedroschen, und nun stehe ich da, ein Wundergemisch aus einem Wunderstoff  –  felsenfest, wasserweich und formlos wie die Luft, Licht. Ich glaube nicht, dass es eine Aufgabe gibt, imstande, mich völlig zum Scheitern zu bringen. Selbst dann, wenn ich damit nicht fertig werde, wüsste ich dann immer noch eine Erklärung, wie ich nächstes Mal oder ein anderer sie anpacken müsste. Im schwersten Falle auch so: Ich bin mit der Aufgabe nicht fertig geworden, weil sie ganz einfach über jede menschliche Kraft hinausgewachsen ist. Denn vor mir haben all die unzähligen Vorfahren sie nicht zu bewältigen vermocht.  –  Aber hinter mir stehen genauso unzählige Nachkommen schon Schlange, vielleicht wird einer von diesen Künftigen  sie zu bewältigen imstande sein. Denn ich glaube schliesslich an die Kraft meines Volkes und um es herum steht das noch mächtigere Volk Ganzasiens, das wieder umringt lebt von der ganzen Menschheit. Und dieser Glaube verleiht mir, wenn ich angefangen habe zu dichten, zu erzählen oder zu heilen, schliesslich die Kraft und die Festigkeit, des Erfolges gewiss zu sein:  Es muss und wird werden!  –  In solchen Fällen denke ich längst nicht mehr an mich, sondern an uns.  Wir.  Wir sind die Mongolei, wir sind das Nomadentum, wir sind Asien, das Morgenland.   –  Und neuerdings gilt dieser Gedanke dem Planeten Erde und der ganzen Menschheit.“

Weitere  Lichtsätze aus seinem Buch:  „Ohne die Tat ist alles nur Geplapper…“ Aurum – Verlag

„In unserer Sprache brauchen Worte Stille, um anzukommen“

„Und dabei spüre ich, der Baum sieht mich an und bildet sich eine Meinung von mir“

„Ich will den Himmel von der Erde aus akupunktieren, um ihn zu gesunden“

„Ein Visionär muss ein Macher sein. Ohne die Tat ist alles nur Geplapper, Geschwätz“

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